Dienstag, 30. Juli 2013

Lesespaß im Hamburger Nahverkehr

Die Busse des Hamburger Verkehrsverbundes sind üblicherweise mit jeweils einem Buchregal (hinter dem Fahrersitz) bestückt. Dort darf sich der interessierte Leser gerne bedienen, sofern er das Buch nach der Lektüre wieder zurückstellt. Klingt nach einer guten Idee, finde ich. Und möglicherweise schmuggelt der eine oder andere hoffnungsvolle Nachwuchsautor vielleicht sogar sein Werk zwischen die bereits ausliegenden Bücher - Publicity ist schließlich alles, und auf diese Weise kann man von sehr vielen potentiellen Neulesern wahrgenommen werden ...

Sonntag, 28. Juli 2013

Die Wiedergeburt des Heftromans

Der sogenannte Groschenroman entstand ja bekanntlich in einer Zeit, als das gebundene "gute Buch" dem bourgeoisen Elitenleser vorbehalten war. Durch verunglimpfende Bezeichnungen wie "Hintertreppenroman" entlarvten bildungsarrogante Feuilletonisten ihre eigene Verachtung gegenüber ärmeren Bevölkerungsschichten, die sich die hochgeistigen Lesestoffe schlicht und einfach finanziell nicht leisten konnten.

Ich lese gerade einen äußerst spannenden - wenn auch nicht rechtschreibfehlerfreien - Thriller, der als Selfpublishing-Ebook für 2,68 Euro erhältlich ist. Mit anderen Worten: Man bekommt einen 300-Seiten-Roman für den Preis von einer großen Tasse Kaffee. Diese Relation zwischen Kaufpreis und Lesevergnügen ist es, die in früheren Zeiten auch immer schon den Heftroman ausgezeichnet hat. Bei durchschnittlicher Lesegeschwindigkeit dauert der Konsum eines 64-Seiten-Heftromans ungefähr so lange wie das Anschauen eines Spielfilms, nämlich ca. 90 Minuten. Dabei ist der Kaufpreis von 1,50 Euro gegenüber einer Kinokarte natürlich unschlagbar günstig ... Die Konkurrenz an Unterhaltungsmedien ist groß und wird immer größer.

Heftromane mussten immer das Lesepublikum überzeugen, niemals die Literaturkritiker. Wenn heutzutage ein (Selfpublishing) Ebook in den Charts hochklettert, dann mag das natürlich auch an PR-Maßnahmen liegen; aber als Autor kann man auf die Dauer nicht gegen den Lesegeschmack des Publikums anschreiben.

Aber warum sollte man das auch tun, wenn man in erster Linie unterhalten will?

Samstag, 27. Juli 2013

Einmal Cover rot-weiß, bitte!

Insbesondere Ebook-Autoren bzw. Selfpublisher sollten die Wichtigkeit von Covergestaltung nicht außer Acht lassen. Ein besonders einprägsames Beispiel dafür sind die minimalistisch gestalteten Thriller-Cover im Nachgang von Nika Lubitschs erfolgreichem Vorreiter-Titel:

http://www.amazon.de/Der-7-Tag-ebook/dp/B008X7APZ2/ref=sr_1_3?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1374910885&sr=1-3&keywords=nika+Lubitsch

Es würde diesen Post sprengen, wenn ich die zahlreichen anderen Thriller-Cover aufzählen würde, die mit einer ähnlichen grafischen Gestaltung daherkommen. Dieses Prinzip ist übrigens nicht neu, das gab es schon vor 200 Jahren. Nach dem Erfolg des Räuberromans Rinaldo Rinaldini von Vulpius wimmelten die literarischen Wälder plötzlich von lauter Outlaws, die Sallo Sallini, Frederico Fridini und ähnlich hießen.

Ich finde es übrigens weder moralisch noch sonst wie verwerflich, als Autor auf diese Weise zu verfahren. Wir wollen schließlich alle leben. Allerdings wird das Pferd irgendwann totgeritten sein, dann gibt es eben einen neuen Trend.

Oder wie die Börsianer sagen: The Trend is your friend.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Sekundärliteratur für History-Schreiber

Im Jahr 1800 hatte das durchschnittliche amerikanische Ehepaar noch sieben Kinder, bis zum Jahr 1880 war diese Zahl auf vier gesunken. Die beliebteste Verhütungsmethode war damals der Coitus Interruptus, obwohl zeitgenössische Mediziner vor negativen Folgen des "Zurückziehens" vor allem für die männliche Gesundheit warnten ... Woher ich das weiß?

Dieses willkürlich herausgegriffene Beispiel ist nur eine von tausenden Informationen zum Alltagsleben jener Jahre, die man in dem Buch "Everyday Life in the 1800s" findet. Dieses Werk ist speziell für Autoren, Studenten und Historiker geschrieben und ermöglicht eine authentische Schilderung von Zeithintergründen. Es gibt natürlich noch zahlreiche ähnliche Werke, aber dieses habe ich gelesen und kann es vorbehaltlos empfehlen.

Samstag, 20. Juli 2013

John Braine - Tipps vom Altmeister

Ich besitze viele Schreibratgeber - wenn in jedem dieser Bücher auch nur ein brauchbarer Tipp steht, hat sich die Anschaffung schon gelohnt, finde ich. Ein Manual, das von 1974 stammt und immer noch Gültigkeit hat, heißt: Writing a Novel.

Verfasst wurde es von John Braine, der in den Fünfzigerjahren zu den damaligen Angry Young Men der britischen Literatur zählt. Und er hat vorexerziert, wie es geht: Sein Roman Room at the Top war seinerzeit ein Bestseller und wurde auch verfilmt.

Braine legt großen Wert auf den Schreibprozess als solchen, was die Kapitelüberschriften schon erahnen lassen: A writer is a Person who writes; Writing is seeing; A good beginning means a good book.
Besonders letztere Aussage kommt mir fast visionär vor. Als Braine seinen Schreibratgeber verfasste, gab es noch kein Amazon und deshalb logischerweise auch nicht die "Blick-ins-Buch"-Funktion. Sie ermöglicht es bekanntlich, den Anfang eines Romans zu lesen, bevor man die "Kaufen"-Taste klickt.

Und wer als Autor mit ein paar stinklangweiligen Seiten um die Ecke kommt, muss sich auch nicht wundern, wenn sein Roman tendenziell ungekauft bleibt - heute ist ein packender Anfang wichtiger als jemals zuvor.

Ich selbst lese sowieso immer nur die ersten zehn Seiten eines Buchs. Wenn ich dann noch nicht in die Story hineingezogen werde, bleibt der Rest ungelesen, sorry.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Write or die - cooles Tool für Vielschreiber

Ich berichte ja immer gern, wenn mir etwas besonders gut gefällt. Das trifft nicht nur auf Bücher zu, sondern auch auf Applikationen: www.writeordie.com

Dieses Tool hat mich in der Probeversion so überzeugt, dass ich mir gleich für 10 Dollar die Desktop-Version gegönnt habe ... Ich schreibe nun gern im Kamikaze-Mode, d. h. der Text wird wieder gelöscht, sobald man mit dem Schreiben aufhört. Gemein, aber damit ist die Spitze des Eisberges noch nicht erreicht. Mir ist wichtig, dass ich den mengenmäßigen Output erhöhen kann, denn die erste Version muss sowieso immer überarbeitet werden - da sollte man ohnehin nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Wer auch ohne ein solche Tool ein beachtliches Schreibtempo vorlegen kann, ist sich meiner Anerkennung sicher.

Karl May hat ja bekanntlich gerne die Tinte auf das Pult geschüttet, weil ihm das Eintunken des Federhalters zu lange gedauert hat - oh, ich kann den Altmeister so gut verstehen ...

Sonntag, 14. Juli 2013

150 Wörter in fünf Minuten

Ich habe gerade ein nettes Hilfsinstrument ausprobiert: http://writeordie.com/

Man gibt die angestrebte Wortanzahl ein, ich habe mich mit der Ziffer 100 auf ein Minimum beschränkt. Außerdem muss man den Zeitraum eintippen, den man mit pausenlosem Schreiben verbringen möchte. Auch da habe ich mit nur fünf Minuten klein angefangen. Ergebnis: innerhalb von fünf Minuten kam ich nicht auf 100, sondern auf 150 Wörter. Die Frage ist natürlich, ob man das Tempo durchhält, wenn man auch einen längeren Zeitraum vorgibt, zum Beispiel 30 oder gar 60 Minuten. Aber es ist ja mein erklärtes Ziel, meinen Produktionsausstoß als Autor zu erhöhen, und dabei könnte dieses - in der Online-Version kostenlose - Hilfsmittel wirklich eine nette Unterstützung sein. Ich werde weiter über meine diesbezüglichen Fortschritte berichten (falls es welche gibt).
http://www.amazon.de/Der-Schauermann-Historischer-Thriller-ebook/dp/B005NSZFTU/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1373793041&sr=8-1&keywords=der+Schauermann

Bereits mehrere Leser haben in Rezensionen den Wunsch geäußert, dass ich doch einen weiteren historischen Roman mit dem Ermittlerduo Lukas Boysen und Anna Dierks schreiben möge. Es freut mich natürlich sehr, dass meine Figuren offenbar so gut ankommen. Ich denke darüber nach ...

Samstag, 13. Juli 2013

Als geil noch knorke war ...

Ich lese gerne Romane, die in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts geschrieben wurden. Mir gefällt die deutsche Sprache jener Zeit, die sich doch stark von dem jetzigen Alltagsslang unterscheidet.

Aktuell habe ich gerade diesen Roman beendet:

http://www.amazon.de/Junge-Leute-Stadt-ebook/dp/B008BF36SY/ref=sr_1_2?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1373777512&sr=1-2&keywords=rudolf+braune

Der Roman dreht sich um Arbeiter und kleine Angestellte, die so reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Man kann also vermuten, dass der Autor den damaligen Umgangston ganz passend getroffen hat, denn schließlich hat er sich selbst in diesem Milieu bewegt. Geil hieß damals knorke, das dürfte sich ja schon herumgesprochen haben (und auch der Begriff geil ist ja inzwischen schon ziemlich abgegriffen und wird gewiss bald neue Entsprechungen finden). Als beleidigende Bezeichnungen für Polizeibeamte benutzte man in den Zwanzigerjahren offenbar nicht das Wort "Bullen", sondern "Bluthunde" oder "Kosaken" ... man könnte noch zahlreiche andere Beispiele anführen.

Alltagssprache ist immer zeitgebunden. Wenn ich einen Roman schreiben würde, der in den Zwanzigerjahren spielt, dann müsste ich bei den Dialogen auf eine entsprechend überzeugende Sprache achten. Wenn man die Begriffe nicht kennt, dann muss man sie sich eben möglichst stilsicher ausdenken ;-)
Ein Sechser im Lotto

Ich glaube, der Traum vieler Schreibanfänger von einem sich grandios verkaufenden Bestseller ist vergleichbar mit dem Sechser, von dem vermutlich viele Lottospieler träumen: Einmal einen Tippschein ausfüllen, und schon gewinnt man ein paar Millionen Euro (und muss nie wieder tippen).

Doch der Vergleich hinkt - Schreiben macht nämlich Spaß, während ich persönlich das Ausfüllen eines Lottoscheins eher öde finde. Also werde ich auch niemals Lottomillionär werden. Und der schriftstellerische Erfolg? Dafür gibt es ein ziemlich simples Rezept, das ich niemandem vorenthalten will:

http://www.writing-world.com/business/writemore.shtml

Leider ist diese Art des Autorenerfolgs mit viel Arbeit verbunden, und daher nicht jedermanns Sache ... aber es ist ja auch nur ein Vorschlag, über den jeder für sich selbst nachdenken kann.

Freitag, 12. Juli 2013

Seit einiger Zeit hat sich meine Arbeitsmethode geändert. Früher habe ich immer stringent einen Roman nach dem anderen geschrieben. Momentan gewöhne ich mir an, mehrere Projekte gleichzeitig zu bearbeiten. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

Ich komme mit dem einzelnen Werkstück nicht mehr so schnell voran, obwohl ich Short Stories immer noch in einem Rutsch durchschreibe, zum Beispiel diese hier: http://www.literra.info/kurzgeschichten/short_story.php?id=586

Aber die Vorteile überwiegen ... ich bin das Prinzip des Zappens ja vom Fernsehen her gewohnt. Warum also nicht zwischen Thriller und Abenteuerroman, zwischen Mystery-Exposé und Krimi-Exposé und Überarbeitung eines neu aufzulegenden Romans von 2005 hin- und herspringen?

Es ist wie beim Krafttraining - ein Muskel wächst nur dann, wenn er ständig wechselnden Reizen ausgesetzt wird. Und auch die Fantasie ist ja letztlich nichts anderes als ein Muskel, der ständig gefordert sein will ..

Montag, 8. Juli 2013

Der Martin Kelter Verlag (www.kelter.de) hat neuerdings eine erotische Ebook-Reihe am Markt, zu der ich auch die eine oder andere Story beisteuere. Die Titelgeschichte des Bandes "Eine Villa in Florenz" ist beispielsweise von mir; und ich freue mich natürlich, dass sie sofort eine 5-Sterne-Rezension bei Amazon kassiert hat.

http://www.amazon.de/Die-Villa-Florenz-Geschichten-ebook/dp/B00CBYTURM/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1373286760&sr=8-6&keywords=kelter+erotik